Wie man seinen umgefallenen Super-Tourer wieder aufstellt

Dieser Artikel wurde dem Schreiber des Original-Artikels zugesandt, weil sich der Absender eine Rückenverletzung zugezogen hatte, nachdem er seinen Superhawk in der Garage umgekippt hatte.

Für die, die nicht wissen, was zum *piep* ein Superhawk ist: es handelt sich um Hondas 1000er V-Twin, leichter als jeder Büffel.

Ich hoffe zwar, daß es niemals eintrifft, aber die Möglichkeit besteht: Du legst das Bike.
Trotzdem Du Dein Bike nicht auf der Straße schrotten würdest, kenne ich keinen Fahrer, der sein Motorrad nicht schon mal im Stand umgeworfen hat, zum Beispiel: Du denkst, der Seitenständer ist draußen, aber dem ist nicht so. Oder Du denkst, er ist eingeklappt, bis Du eine Linkskurve fährst...Oder, wie mir passiert ist: Der Hauptständerhebel beschließt abzubrechen, gerade, als Du Dein Motorrad aufzubocken gedenkst...

So, da sind wir also. Du bist auf den Beinen und es geht Dir gut, aber Dein Motorrad liegt am Boden, es wiegt mal eben etwa viermal soviel wie Du und Sprit rinnt aus der Tankklappe. Und Du gehörst nicht zu denen, die in ihrer knapp bemessenen Freizeit Gewichte stemmen, und niemand ist weit und breit da, der Dir helfen könnte... wat nu?

250er-fahrende Athleten können jetzt das Klassenzimmer verlassen.

Für den Rest von uns: Das Folgende beschreibt, wie winzigen (Gerücht!) Japanern gelehrt wird, ihr Bike wieder aufzurichten. Ich versuchte das selbst mehrmals: in den 80ern mit meiner CB 750, und auch mit meiner GS 850, die eine Frontverkleidung hatte und ca. 295 kg wog, auf losem Kies. So kann ich bestätigen, daß es funktioniert.


Vorbereitungen:

Wenn möglich, lege den ersten Gang ein, um das Motorrad vor erneutem Wegrollen zu sichern. Wenn es auf der linken Seite liegt, sieh zu, daß der Seitenständer eingeklappt ist, falls Du an ihn herankommst. Falls es auf der rechten Seite liegt, solltest Du ihn auf jeden Fall herausklappen! Das Bike hat dann irgendwas zum Landen, falls Du es übertreibst.

Falls es irgendwie möglich ist, drehe den Lenker auf eine Seite und halte ihn dort, eventuell unter Zuhilfenahme des Lenkerschlosses. Ebenso sollte das Vorderrad blockiert werden, entweder bindet man den Handbremshebel mit irgend etwas fest, oder man benutzt z.B. ein Bremsen- oder Bügelschloß.

Wenn Du das Vorderrad nicht sichern kannst, bist Du besser damit bedient, den Lenker nicht festzulegen; das Vorderrad einfach geradeaus zu halten ist sicherlich die beste Idee während der Hebeaktion, weil Du sonst das Motorrad im Kreis schieben würdest.


Jetzt frisch an's Werk.

Setze Dich rückwärts ans Motorrad, den Rücken am Soziussitz, als ob Du Dich dagegenlehnen wolltest.

Ziehe Deine Beine etwas an, daß die Knie etwas gebeugt sind, aber nicht zuviel! Die Muskeln, die wir hier brauchen (hauptsächlich die Oberschenkel) produzieren die meiste Kraft, wenn der Kniewinkel etwa 145-150 Grad beträgt (das sind etwa 30-35 Grad Beugung).

Anschließend, noch sitzend, ergreife mit beiden Händen etwas Festes. Es muß nicht der Rahmen oder gar der Motor sein, nur sollte es stabiler sein als z. B. ein Windschild. (d. Übs.: Vorsicht beim Auspuff!)

Jetzt erhebe Deinen Hintern, drücke ihn kräftig an den Sitz und laufe rückwärts, Dich dabei mit den Oberschenkeln hochdrückend (es sind Deine stärksten Muskeln).

Über die ersten paar Grad Neigung mußt Du etwas heben, und Du solltest es mit beiden Beinen gleichzeitig tun. Aber sobald das Hinterrad Mutter Erde berührt, solltest Du vorsichtiger werden, um nicht über's Ziel hinauszuschießen.




Quelle: The GS-Resources,
Original: Peter Huppertz (peterh@gsresources.com)
Übersetzung: Reiner Kremzow


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