Diesel und die Kurbelwellendichtungen

Nachdem ich auf verschiedenen Internet-Seiten darüber gelesen habe, scheint es mir, daß es jeder tut. Nur wir Deutschen nicht - jedenfalls habe ich nie etwas davon gehört...

So, da haben wir also einen „neuen” Büffel, und der hat irgendwo 15 Jahre oder so gelegen. Alles mögliche ist angerostet, aber das sind nur Oberflächlichkeiten. Die Tücke des Objekts liegt, wie meistens, im Verborgenen - in diesem Fall in den Kurbelwellendichtungen, die ihre Flexibilität eingebüßt haben. Nach den Aussagen der Kameraden der Internet-Szene werden diese Dichtungen irgendwann, nachdem der Motor wirklich und trotzdem angesprungen ist, nach 300-1200 km durchblasen, wenn nicht...

An dieser Stelle tritt der besagte Diesel-Kraftstoff auf die Bühne. Ins Kurbelgehäuse geschüttet, soll er dort durch seine Paraffinhaltigkeit die Dichtungen wieder weich und geschmeidig machen. Ab und zu kann man die Kurbelwelle mittels Kickstarter langsam und vorsichtig etwas durchdrehen. Wenn er für etwa 8-24 Stunden gewirkt hat, entfernt man ihn einfach durch die herausgeschraubten SRIS-Ventile. Wenn möglich, Büffel hinten aufbocken (zwei starke Männer, Bierkiste) und mit Preßluft etwas nachhelfen. Voilà, das war's. Sollten die Dichtungen trotzdem kaputt gehen, waren sie bereits vor der Diesel-Aktion so spröde, daß nur ein Austauschen geholfen hätte.

Reiner Kremzow, Stammtisch Berlin



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